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Mitglied: Axel

 

Hallo,

mein Name ist Axel und ich komme aus Hamburg, wo ich auch Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr bin. Wie viele andere auch, hat auch mich die Feuerwehr schon als kleiner Junge interessiert. Schließlich durfte ich dann in die Jugendfeuerwehr eintreten, wo ich immer mit Feuer uns Flamme dabei war. Und ich hatte, oh Wunder, auch mal eine Freundin. Doch irgendwie gefiel mir das alles nicht; irgendwie hatte ich mir das auch alles anders vorgestellt. Und dass ich immer wieder an Jungs dachte und Jungs toll fand, fand ich irgendwann doch sehr verdächtig. Und so langsam habe ich realisiert, das ich schwul bin. Und ich möchte hier betonen, das ich definitiv schon von Geburt an homosexuell war, es jedoch einfach nicht realisiert hatte... ich erlebte also mein "Coming In" - wie ich immer gerne zu sagen pflege.

Aber alleine der Gedanke, jemand anderes könnte irgendwie auch rausbekommen, dass ich schwul bin, hat mich damals zum Verzweifeln gebracht. Und viele Gespräche mit einem guten Freund haben mich immer wieder aufgebaut. Und irgendwann habe ich dann ganz vorsichtig angefangen mich zu outen. Schritt für Schritt. Und dabei habe ich jedem erzählt, er wäre der einzige, der es das von mir wüsste. Einfach, um zu vermeiden, dass er es weitererzählt. Denn mir war klar, dass man dies ab einer gewissen Stufe nicht mehr kontrollieren kann. Übrigens habe ich auch zu dieser Zeit die feuerwehr-gays kennen gelernt und hier einige Freunde gefunden, die mir genauso beistanden. Mittlerweile ist es geschafft. Mit meinem Schwulsein gehe ich heutzutage ganz normal um: manchmal etwas provokant, trotzdem denke ich, ist es so normal, dass ich nicht mit einem Schild auf der Stirn herumrennen muss und ich es nicht jedem unter die Nase binden muss. Oder hast Du es schon mal erlebt, dass sich ein vielleicht sogar neuer Feuerwehr-Kollege vorstellt "...und übrigens: ich bin hetero!"? Na also. Trotzdem gibt's natürlich in der passenden Situation auch mal entsprechende Kommentare, wenn mal wieder über Schwule hergezogen wird. Aber das hat in meiner Wehr echt nachgelassen seitdem ich mich zu meinen Gefühlen bekenne. Stattdessen werde ich schon mal auf einen netten Typen aufmerksam gemacht, wenn wir z.B. auf der Rückfahrt von einem Einsatz an einem vorbeifahren. Genauso, wie sich Heten die Blondine mit den Beinen bis zum Hals gegenseitig zeigen.

Trotzdem denke ich, gibt es viele Kollegen, die auch nach ihrem Coming Out ein Problem mit der Akzeptanz und Toleranz in ihrer Wehr haben. Und zusammen mit den feuerwehr-gays möchte ich für Gleichberechtigung, Aufklärung und Verständnis kämpfen. Deshalb bin ich in diesem Verein Mitglied und engagiere mich hier z.B. in der Regionalgruppe in Hamburg und dem Bereich "Coming-Out". Also, wenn Du mal Jemanden zum reden brauchst, melde Dich einfach mal bei mir.

Viele Grüße,
Euer Axel

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