| Mitglied: Ekkehard |
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Mein Name ist Ekkehard, lebe in der Kleinstadt Mühldorf a. Inn und bin seit nun mehr fast 15 Jahren bei der Feuerwehr. Kurze "Stats" zu mir:
Zu mir: Jahrgang 78, Werbekaufmann und in diesem Bereich seit 1992 selbstständig tätig; Hobbys habe ich eigentlich keine. Die Feuerwehr zähle ich nicht zu Hobbys, sondern ist für mich - wie für wahrscheinlichviele von uns - Berufung. Zwar lebe ich absolut geoutet, (mein schon fast "Standardspruch" gegenüber Leuten, die es noch nicht wissen lautet: "Da bist Du aber der Letzte, der das noch nicht weiß …") bin aber kein "Szenegänger". Das mag ich gar nicht. Trotzdem das Thema "anders sein" in unserer Gegend noch ziemlich schwierig ist, scheint der doch städtische Charakter Mühldorfs eine Art Insel für liberales Denken zu sein. Mein "coming out" hat mir gar nicht geschadet; im Gegenteil würde ich sogar meinen. Sowohl beruflich, als auch imFeuerwehr-Sektor. Meine Feuerwehr: In meiner Feuerwehr bin ich deren Pressesprecher und leite die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Pressewesen. Einige "Feuerwehr-Stats":
Allgemeine Ausbildung:
Fachliche Ausbildung: Außerdem ständige Fortbildungen auf Seminare und Sympoisen; auch selbst Referent zum Thema Öfka auf solchen.Mitarbeit als Redakteur beim feuerwehr-weblog.de "Coming out" Eigentlich war mein Coming out nicht geplant; trotzdem aber schließlich gewollt. Bei einem "Kindl-Bier" (bayerischer Begriff für eine Feier zur Geburt eines Kindes) eines Kameraden hatte ich wohl mehr als einiges getrunken und fing von selbst mit dem Thema "Schwul" gegenüber einem Kameraden an. Nach einigem Hin und Her fragte er schließlich, ob ich schwul sei, weil er mich noch nie mit einer Frau zusammen gesehen hätte. Ich dachte mir: "Scheiß drauf" und bejahte. Seine Antwort wiederum verblüffte mich etwas: "Super. Prost!". In der Nachbetrachtung die für meine Begriffe beste Variante eines "coming out" überhaupt: Ich brauchte die darauf folgenden Wochen nichts mehr weiter tun, als jedem, der dies von mir bestätigt haben wollte, entsprechend kurz und knapp mit "Ja" zu antworten. Mehr musste ich nicht mehr tun. Eine Erleichterung in meinen dann noch leichten Bedenken waren nur noch die Reaktionen: Ebenfalls zur meiner Verwunderung gab es keine Negativen. Sogar im Gegenteil: Nicht einmal "hintenrum" hörte ich Verhämungen oder sonstiges, schlechtes Gerede.
Diese Entwicklung führte mich auch im Laufe der der Jahre zur "Entdeckung" meines zweiten Feuerwehr- Schwerpunktes: Der Krisenintervention und der Stressbewältigung im Einsatzdienst. Ich bin "voll intrigiert" und akzeptiert. Dazu gehören kleine Neckereien natürlich genauso dazu, wie etwa ab und an das "Aufziehen" beim Einsatz. Kleines Beispiel dafür: Auf meinem Helm trage ich die "SbE - Kennzeichnung". Logisch ein "gefundenes Fressen", um einen Witz zu reißen. Da heißt es nicht mehr "Stressbewältigung beim Einsatz", sondern "Schwuler beim Einsatz". Dass ich voll akzeptiert werde, ist immer wieder zu beobachten, wenn meine Kameraden mit mir nicht nur ihre kleinen Späße treiben, sondern mich, wenn nötig, auch verteidigen. Angesprochen von z. B. Feuerwehrkräften, bei denen wir bei Wettkämpfen teilnehmen "ob wir mit dem Schwulen zurechtkommen würden", habe ich einmal die Antwort zufällig selbst hören dürfen: "Na logisch, wir sind doch alle nicht normal - sonst wären wir ja keine Feuerwehr'ler. Außerdem: Habt ihr noch gar keinen Quotenschwulen? Billig!". Schön, nicht? |
- Beruf: Dipl. Werbekaufmann und Fotograf (BoSch.)
Im Laufe der Zeit wurde ich zu einem Art "Papa Bär" für die Kameraden: Von Seelentröstung über Beratschlagungen von Beziehungsproblemen bis hin zur "Auskotzstation" wurde und werde ich "konsultiert". Immer wieder bekomme ich in diesem Rahmen zu hören: "Mit Dir kann man sehr gut drüber reden." Einige behaupten, ich als schwuler hätte eine andere Sichtweise und "wir wären sensibler und haben auch was Frauliches an uns." Inzwischen muss ich dem irgendwo bisschen zustimmen, obwohl ich in keiner Weise "tuntig" bin.